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Erste Etappe Schweiz - Thailand
Teil
7: Yssyköl-Tour, August 2008
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Höhen und Geschwindigkeitsprofil der Yssyköl-Tour, 1030 km |
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Die
Entscheidung über den weiteren Verlauf der Tour ist gereift. Da kaum Hoffnung
besteht, dass die chinesische KP in absehbarer Zeit wieder freie Touristen (sprich:
Zeugen) im grossen Stil in Xinjiang und Tibet duldet, gar nicht zu sprechen von
einem Grenzübertritt durch das Tienshan Gebirge, fahre ich - falls sich die
Situation in den nächsten Wochen nicht noch überraschenderweise zum
Positiven ändert - weiter nach Novosibirsk, an den Baikalsee und in die Mongolei,
in der Hoffnung, dass ich ca. Ende September in Ulan Bataar ein chinesisches Visum
erhalte, um die Reise in Richtung Thailand fortzusetzen. Soweit Plan B.
Als Plan C verbliebe dann nur noch Wladiwostok und Japan.
Anfang Jahr,
während der Planungsphase der Tour, war ich doch tatsächich noch so
naiv zu glauben, dass die chinesische KP mit der Olympiade das Land öffnen
könnte und die Welt in China willkommen heisst. Doch leider passiert genau
das Gegenteil, China schottet seine Grenzen ab, nutzt die Olympiade als eine riesige
innenpolitische Propagandaveranstaltung und viele Reisende sind irgendwo an den
Grenzen gestrandet, da sie genau gleich wie ich kein Visa erhalten - während
notabene in Peking unzählige Hotelzimmer unbenutzt bleiben und auf den
Rängen der Olympiastadien staatlich angestellte Claquere frenetisch jubeln
müssen.
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Regierungsgebäude im Soviet-Stil im Zentrum Bischkeks.
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In der Velowerkstatt von Juganov Oleg. Aufgrund fehlender Originalteile wissen
sich die Leute mit allerlei Basteleien zu helfen. Hier wird der Freilaufkörper
um einen Milimeter gekürzt, da der Zahnkranz zu viel Spiel hatte.
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Eine Jurte im "Guesthouse Nomads Home", einem Treffpunkt für Traveller.
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Ein Quartierbäcker in Bischkek.
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| Nach
einer Woche habe ich endlich das kasachische Visum erhalten und konnte weiterreisen.
Leider stellt die russische Botschaft in Bischkek lediglich Transitvisa für
einen Aufenthalt von 72 Stunden aus. Bleibt zu hoffen, dass ich in Almaty ein
Russland Visum für einen Monat erhalte. Vorerst geniesse ich nun die Bergwelt
Kirgistans. |
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Melonenhändler an der Haupstrasse von Bischkek zum Bergsee YsykKöl.
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Wie lange habe ich schon keine Berge mit einem grau verhangenen Himmel gesehen!
Nach den Wochen unter der sengenden Sonne in der Steppe ist ein solches Wetter
ein Hochgenuss.
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| Der
Ysykköl (=heisser See), gelegen auf 1609 m.ü.M, ist nebst dem Titicacasee
in Südamerika der weltweit grösste Bergsee (178km lang und bis zu 60km
breit). Der See wird auch "Herz des Tienshan" genannt. Trotz strengen
Wintern von bis zu -20°C gefriert der See nie zu, was vermutlich durch eine
rasche Mischung von Oberflächen- und Tiefenwasser bedingt ist. Der leicht
salzige und über 700m tiefe See soll an seinem Grund auch warme Quellen haben. |
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Eine Regenfront über dem Ysykköl.
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| Bei
einer Reise durch die GUS Länder kommt man um Einladungen zum Wodkatrinken
nicht herum. Mindestens ein oder zwei Gläschen muss man dann jeweils hinunterstürzen
(am Glas nippen gilt offenbar nicht), bevor sich der Gastgeber zufrieden zeigt.
Beim Rad fahren hilft Wodka allerdings nicht - ausser dass es damit einiges lustiger
wird. |
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Kirgisischer Wodka.
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| Ende
August kündigt sich in den kirgischen Bergen bereits der Herbst an. In der
Nacht wurden die Berge mit Neuschneee "gepudert". Die ruhige Strasse
führt teilweise direkt am Ufer entlang und bietet wunderschöne Ausblicke
auf die bis über 5000 Meter hohen Schneegipfel des Tienshan. |
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Frisch verschneite Berge in Bokonbaev am Ysykköl.
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Wunderschöne Ausblicke auf die Schneegipfel des Tienshan.
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Am Südufer des des Ysykköl gibt es einsame und wunderschöne Badestrände.
Das Wasser des riesigen Bergsees ist erstaunlich angenehm temperiert.
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Der Badestrand im Touristenort Tamga.
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| Die
Fahrt entlang des Ysykköls war wohl eine der schönsten Etappen des bisherigen
Wegs. Alle paar Kilometer sah die Landschaft wieder anders aus, und unzählige
Buchten mit lieblichen Stränden boten immer wieder einen Grund zu einer kurzen
Rast. |
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Spannende Fahrt entlang des Ysykköls.
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| Am
östlichen Ende des Ysykköl Sees durchquerte ich auf dem Weg zurück
nach Almaty ein grünes Hochtal, wo als Vorbereitung auf den kommenden strengen
Winter gerade das Heu gemacht und abtransportiert wurde. |
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Heutransport.
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| Etliche
Viehzüchter sömmerten auch Ihre Schafe und Ziegen in dem Hochtal. |
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Berittener Schafhirte.
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Die letzten paar Kilometer durch Kirgistan östlich des Ysykköl. Welch
wunderschönes Land!
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Ein Blick zurück von Kasachstan nach Kirgistan. Auf Wiedersehen hoffentlich.
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| Viele
Kasachen und Kirgisen lieben "Kumis", einen "Milchwein" aus
natürlich vergorener Stutenmilch. Kumis ist leicht alkoholhaltig (ca. 2%),
im Geschmack säuerlich, prickelnd, kühl erfrischend und mit mandelartigem
Abgang. Aufgrund seines hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalts dient das Getränk
den Steppenvölkern teilweise als Ersatz für frisches Obst und Gemüse
und gilt auch als ausgezeichnetes Nährmittel bei Tuberkulose, Eisenmangelanämie
und Blutarmut. |
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Der Fahrer des Autos hat mir spontan eine Flasche Kumis und etwas Käse geschenkt,
bot mir freundlich eine Mitfahrgelegenheit an (die ich höflich ausschlug)
und wollte noch mit dem Fahrrad abglichtet werden, bevor er weiterfuhr. Diese kurzen Begegnungen sind stets von einer wohltuenden Herzlichkeit begleitet
und bereiten viel Spass.
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Zurück in Almaty
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| Es
gibt Tage, die wie Weihnachten sind! Auf verschlungenen Umwegen bin ich nun doch
noch zu einem chinesischen Visum gekommen (Judihui!). Ob aber der Landweg von
Kasachstan nach China offen ist, bleibt zurzeit noch unklar. Eventuell muss ich
bis Ürümqi, der Hauptstadt von Xingjiang, mit dem Flugzeug reisen. Die
nächsten Tage werden es zeigen... |
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Chinesisches Visum!
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Glücklicherweise
habe ich vor ein paar Tagen erfahren, dass ein paar Radtouristen die Grenze zwischen
Kirgistan und China erfolgreich überquert haben. Wenn das keine guten Neuigkeiten
sind! Also habe ich mir ein neues kirgisische Visum geholt und bin zurück
nach Bischkek, Kirgistan gefahren. |
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Bild:
Ein einsamer Rastplatz neben dem Highway.
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Bild:
Frank aus Holland, 61 Jahre alt und passionierter Tourenfahrer. Er ist seit Monaten
unterwegs und will gleich wie nach Südost-Asien fahren. Getroffen haben wir
uns zwischen Almaty und Bischkek.
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Bild:
Zurück in Bischkek. Die Reise geht nun doch weiter über das Tienshan
und Pamir Gebirge nach China. |
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